Wien ist, wo der 'Zigeunerbaron' am 'Negerbrot' nascht...
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04 Feb 2012
Während Bayern über 'Grüß Gott' streitet, ärgert man sich in Wien 'Grün und Blau' über uneinsichtige Geschäftsinhaber, die ein Schild mit der Aufschrift 'Negerbrot' nicht entfernen wollen, über 'Mohr im Hemd' oder den 'äußerst verdächtigen Johann Strauß mit seinem Zigeunerbaron'.
"Rassismus muss auch aus den Wiener Geschäftsauslagen verschwinden", ereifert sich der Grüne Wiener Integrationssprecher Senol Akkilic, denn in der Auslage eines Süsswarengeschäftes in Wien-Neubau hat er ein Schild mit der Aufschrift 'Negerbrot' für eine Schokoladensorte entdeckt: "Jedes Kind, das dort vorbei geht, macht die Bekanntschaft mit dem Begriff Neger, dieser wurde längst von anderen Schokoladen-Herstellern auf Grund der rassistischen Bedeutung aus ihrem Wortschatz verbannt. Dass sich der Betreiber dieses Geschäftes "trotz des Versuches einer Klärung nicht einsichtig zeigte", sei für Akkilic ein Auftrag, Rassismus verstärkt zu bekämpfen. Dabei komme seiner Meinung nach auf die zuständige Wirtschaftskammer in Wien eine große Aufgabe zu: Die Wiener Grünen fordern daher Wirtschaftskammerpräsidentin Jank auf, in ihrem Wirkungsbereich für antirassistische Arbeit zu sorgen. "Wir dürfen nicht zu lassen, dass unsere Kinder nach wie vor solche diskriminierenden Begriffe erlernen", meint Akkilic.
Eine Kritik, die der FP-Gemeinderat Dominik Nepp hingegen nicht nachvollziehen kann: "Während Senol Akkilic von den Grünen mit Schaum vor dem Mund ein 'Negerbrot' in einer Schaufensterscheibe entdeckte, dreht sich die Welt doch noch weiter und es stellt sich die berechtigte Frage, ob die Stadt Wien nicht vielleicht doch andere Probleme im Jahr 2012 zu bewältigen hat, als hinter jedem Busch einen vermeintlichen Rassisten zu erspähen", meinte er. Er hoffe, dass Akkilic nicht demnächst sämtliche Gastwirtschaften in Wien durchstreife, um dann in weiterer Folge auf einer Speisekarte einen 'Mohr im Hemd' zu finden. Besonders solle sich Senol Akkilic künftig dem Musiktheater widmen: Schließlich hat der höchst verdächtige Johann Strauß im Jahr 1885 die Operette 'Der Zigeunerbaron' zur Uraufführung gebracht. "Der grüne Sprachwächter wäre auch hier gefordert. Umso mehr, da ja die Mörbischer Seefestspiele dieses Werk ohne sprachpolizeilichen Protest und ohne Stellungnahme von Senol Akkilic im letzten Sommer auf dem Spielplan hatten", meint Nepp.







