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Aidshilfe Mitarbeiter von Anti- Terror-Einheit GSG-9 verhaftet

Mitarbeiter eines Zentrums für LesBiSchwule Jugendliche und der Aids Hilfe Düsseldorf e.V. unter dem Verdacht der Beihilfe zu sechsfachem Mord und einem Mordversuch von der deutschen Anti-Terror-Spezialeinheit GSG 9 verhaftet. Er soll einst führendes Mitglied der rechtsradikalen NDP gewesen sein.

Beamte des deutschen Spezialkommandos GSG9 haben Mittwoch Vormittag in Düsseldorf den 31-jährigen Carsten Sch. festgenommen. Er ist laut Generalbundesanwalt dringend verdächtig, Beihilfe zu sechs vollendeten Morden und einem versuchten Mord der terroristischen Vereinigung 'Nationalsozialistischer Untergrund (NSU)' geleistet zu haben (§ 211, § 27 StGB).

Laut Generalbundesanwalt soll Carsten Sch. gemeinsam mit dem gesondert verfolgten Ralf W. dem NSU 2001 oder 2002 eine Schusswaffe nebst Munition verschafft zu haben. Die Waffe und die Munition soll er in Jena gekauft und anschließend an Ralf W. weitergegeben haben, der einen Kurier mit dem Transport zu den NSU-Mitgliedern nach Zwickau betraut haben soll. "Angesichts seiner engen persönlichen und ideologischen Verbindung zu den NSU-Mitgliedern soll der Beschuldigte billigend in Kauf genommen haben, dass die Schusswaffe für rechtsextremistische Morde verwendet werden könnte", meint dazu der Generalbundesanwalt.

Insgesamt neun Morde an türkischen und griechischen Kleinunternehmern und einer Polizistin werden den Mitgliedern der sogenannten 'Zwickauer Todeszelle' vorgeworfen. Carsten Sch. wird daher der Beihilfe zu sechs Morden und einem Mordversuch beschuldigt und sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Nach Angaben der Bundesstaatsanwaltschaft Karlsruhe habe Carsten Sch. auch bereits 'umfassend ausgesagt'. Bislang, so gesteht der Generalbundesanwalt ein, sei jedoch noch ungeklärt, ob die Waffe und die Munition tatsächlich für terroristische Straftaten des 'NSU' eingesetzt worden ist.

Carsten Sch. soll nach Ansicht der deutschen Verfassungsschützer 1999 an führender Position des NPD-Kreisverbandes in Jena gestanden haben und zudem dem Thüringer Landesvorstand, sowie dem Bundesvorstand der NDP-Jugendorganisation 'Junge Nationaldemokraten' angehört haben. Bereits im Jahr 2000 wäre Carsten Sch. jedoch, wie er durch seinen Anwalt mitteilen ließ, aus der rechten Szene ausgestiegen und habe keinerlei Kontakt mehr zum Milieu gehabt.

Seitdem fand Carsten Sch. eine neue Beschäftigung: Er war u.a. als Honorarkraft für ein Jugendzentrum für junge Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle sowie seit 2005 als 'Herzenslust Koordinator' der Aids Hilfe Düsseldorf tätig. Sowohl der Vorstand des Jugendzentrums als auch der der Aids-Hilfe Düsseldorf e.V. zeigten sich von seiner Verhaftung vollkommen überrascht: Seine 'rechte Vergangenheit' habe Carsten Sch. nicht verschwiegen, hätte sich jedoch 'glaubhaft von der rechten Szene und dem damit verbundenen Gedankengut distanziert', meint der Geschäftsführer der Aids Hilfe. "Die Vorstände, Geschäftsführung und Mitarbeiter des gemeinnützigen Vereins und seine Projekte distanzieren sich mit aller Deutlichkeit von der rechten Szene und ihrem Gedankengut. Ihr Beileid gehört den Opfern und Hinterbliebenen aller Terroranschläge", schreiben sowohl das Jugendzentrum als auch die Aidshilfe vollkommen gleichlautend.

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