Rehabilitation Alan Turings abgelehnt: 'Es war damals so...'
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07 Feb 2012
Er war der 'Steve Jobs' des 20. Jahrhunderts. Als glänzender Mathematiker und Logiker schuf er die Grundlage für die moderne Informations- und Computertechnologie. Aber er war schwul - und wurde deshalb von den britischen Behörden 'chemisch kastriert'. Eine posthume Rehabilitation bleibt ihn jedoch weiter verwehrt.
Im Juni 1912 wurde im britischen Wilmlow Alan M. Turing geboren, der sich nach seinem Studium in Princeton dem mathematischen Formalismus verschrieb. Während des Zweiten Weltkriegs knackte er den als absolut sicher geltenden Code der deutschen Enigma-Maschine, die den Funkverkehr der deutschen Wehrmacht verschlüsselte. Turing hat somit nicht unwesentlichen Anteil am Sieg der Alliierten über Nazi-Deutschland. Nach dem Krieg entwickelte er den ersten, digitalen, programmierbaren elektronischen Röhrencomputer. Auch der erste Schachcomputer geht auf Turings Konto.
Allerdings: Turing war homosexuell, was zur damaligen Zeit im Vereinigten Königreich verboten war. 1952 warfen ihm die Behörden eine sexuelle Beziehung zu einem 19-jährigen Mann vor und klagten ihn wegen 'grober Unzucht und sexueller Perversion' an. Turing, der seine Homosexualität auch offen zugab, wurde vor die Wahl gestellt, eine Haftstrafe anzutreten oder sich psychiatrisch behandeln zu lassen. Diese bestand aus der Verabreichung des Hormons Östrogen, der den Sexualtrieb hemmen sollte, jedoch gravierende Nebenwirkungen hatte: Turing wuchsen Brüste und er verfiel in eine Depression. Zwei Jahre später, am 7. Juni 1954, starb das erst 41-jährige Genie aus niemals geklärten Umständen. Es wird vermutet, dass er Selbstmord begangen hatte.
Der 'Steve Jobs' des 20. Jahrhunderts erfuhr zwar posthum viele Ehrungen und auch der 'Turing Award', die bedeutendste Auszeichnung für Personen, die große Arbeit im Informatikbereich geleistet haben, trägt seinen Namen, eine Rehabilitierung der Verurteilung Turings wegen dessen Homosexualität erfolgte jedoch nie.
Mehr als 20.000 Personen unterzeichneten deshalb eine Petition, die eine vollständige Rehabilitierung und Aufhebung des damaligen Urteils gegen Turings forderte und hoffte, damit im Jahr des 100. Geburtstags des Genies Erfolg zu haben. Die britische Regierung bleibt jedoch hart: 'Das Gesetz war damals eben so und es gab damals nunmal Strafverfolgungen und Verurteilungen wegen Homosexualität', begründete der britische Justizminister Lord Tom McNally die Ablehnung auch wenn er 'bedauere, dass Turing damals eben wegen eines aus heutiger Sicht absurden Vergehens verurteilt, verfolgt und bestraft wurde'.







