Nederlandse krokodillentranen - Niederländ. Krokodilstränen
- Details
-
04 Feb 2012
Nicht sehr lang hielt offenbar die 'Empörung' der jüdischen Gemeinde von Amsterdam über ihren homophoben Oberrabbiner: Kaum hatte sich die Aufregung um seine Unterschrift auf einer Erklärung, die Homosexualität als heilbar bezeichnet, gelegt, wurde er wieder in Amt und Würden versetzt.
Erst Mitte Jänner wurde bekannt, dass mehr als 180 Rabbiner, jüdische Gemeindeleiter und Psychotherapeuten eine Erklärung über das Thema Homosexualität in der Torah unterzeichnet haben. In dieser wird unter anderem behauptet, dass Homosexualität geändert und geheilt werden könne. Auch über das 'Wie' dieser Heilung macht die Erklärung ganz klare Aussagen (wir berichteten hier). Nachdem bekannt wurde, dass auch der Oberrabbiner von Amsterdam, Aryeh Ralbag, diese Erklärung unterschrieben hat, wurde er kurzerhand vom Vorstand der jüdischen Gemeinde Amsterdam suspendiert. Der Vorstand bedauerte, dass Oberrabbiner Ralbag diese Erklärung unterschrieben hat, denn dadurch könnte der Eindruck entstehen, dass die jüdische Gemeinde in Amsterdam den Inhalt dieser Erklärung teile.
Krokodilstränen offenbar, die hier vergossen wurden, denn kaum war die mediale Empörung verschwunden, befindet sich der Oberrabbiner nach nicht einmal 14 Tagen wieder in Amt und Würden: Es habe eine Aussprache gegeben und Ralbag habe seinen Fehler eingesehen, teilt Ronnie Eisenmann seitens des Vorstandes der jüdischen Gemeinde Amsterdam mit. Erschreckend daran, dass 'Ralbags Fehler' jedoch offenbar nicht die Erklärung selbst und seine Unterschrift darunter war, sondern nur, dass er diese mit seinem Titel unterzeichnet hatte. "...en heeft zowel mondeling als schriftelijk verklaard en erkend, dat hij de bewuste verklaring omtrent homoseksualiteit niet met zijn Amsterdamse titel had moeten ondertekenen" (... und hat sowohl mündlich wie auch schriftlich erklärt, dass er die bewusste Aussage über Homosexualität nicht mit seinem Amsterdamer Titel unterzeichnen hätte sollen), heißt es in der Mitteilung der jüdischen Gemeinde.
Der Vorstand habe auch nie vorgehabt, die Halachische Autorität des Oberrabbiners anzuzweifeln. Eine weitere Kommunikation über die Medien werde zudem unerbleiben und man ersuche deshalb um Verständnis.







