Schweiz will Adoptionsrecht für Homo-Paare
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29 Nov 2011
Die Rechtskommission des Ständerates fordert den Schweizer Bundesrat dazu auf, dass alle Erwachsenen, ungeachtet ihres Zivilstandes und ihrer Lebensform, ein Kind, insbesondere das Kind des Partners oder der Partnerin, adoptieren können, wenn eine Adoption für das Kindeswohl die beste Lösung ist.
Die Rechtskommission des Schweizer Ständerates hat mit 8:0 Stimmen (bei 2 Enthaltungen) eine Motion (Antrag) 'Familienchancen, gleiche Rechte für alle Familien' von Claude Janiak beschlossen: Künftig sollen auch homosexuelle Paare in der Schweiz das volle Adoptionsrecht - sowohl für Stiefkind- als auch für die Fremdadoption - haben. Künftig soll auch in der Schweiz an erster Stelle das Wohl des Kindes und nicht mehr der Zivilstand oder die sexuelle Orientierung der adoptionswilligen Personen und Paare stehen. Zudem soll der Bundesrat die rechtliche Gleichstellung von Kindern, die in eingetragenen Partnerschaften aufwachsen, mit Kindern die in Ehegemeinschaften aufwachsen, beschließen.
Laut Ständerat besteht ein diesbezüglicher Handlungsbedarf, da zahlreiche sogenannte Regenbogenfamilien mit einem geregelten und stabilen Familiensystem längst eine gesellschaftliche Realtität sind und eine Adoption für das Kindeswohl daher durchaus die beste Lösung sein kann. Eine Adoption durch den Partner bzw. die Partnerin ermögliche die Gleichstellung von Kindern vor allem dann, wenn der andere Elternteil nicht (mehr) vorhanden - beispielsweise verstorben - ist oder sich der Verantwortung gegenüber seinem Kind entziehe.
Der Schweizer Bundesrat muss nun einen entsprechenden Gesetzesvorschlag ausarbeiten, dürfte dabei jedoch auf heftige Gegenwehr vor allem der SVP, FDP, CVP und BDP stossen. Aber auch bei den Schweizer Sozialdemokraten sind derzeit nicht alle Nationalräte für den Vorstoss. Ebenfalls mehrheitlich gegen das volle Adoptionsrecht für homosexuelle Paare ist derzeit noch die Schweizer Bevölkerung, von der etwa 60 Prozent dem Adoptionsrecht ablehnend gegenüberstehen. Kommt jedoch das neue Gesetz, zieht die Schweiz damit beispielsweise mit Großbritannien, Spanien oder Sweden gleich.







