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Nannte Südafrikas Zulu-König Homosexuelle 'verkommen'?

Über das dunkelhäutige Volk der Zulu gab es ein aus der Zeit der Apartheid stammendes Wort, das heute aus Gründen der Political correctness nicht mehr verwenden werden soll. Zulu-König Goodwill hingegen soll nun jedoch wenig 'guten Willen' zur Political correctness gezeigt und Homosexuelle als 'verkommen' bezeichnet haben.

Bei einer Gedenkfeier zum 133. Jahrestag der Schlacht bei Isandhlwana - den damals die Zulu-Regimenter gewannen - in der Stadt Nquthu soll Südafrikas Zulu-König Goodwill Zwelethini kaBhekuzulu Homosexuelle als 'verkommen' bezeichnet haben: "Traditionell gab es keine Menschen, die Beziehungen zum gleichen Geschlecht führten. Das gab es nicht, und wenn sie diese führen sollten, wären sie verkommen. Es kümmert mich nicht, wie diese Menschen fühlen. Wenn sie homosexuell sind müssen sie wissen, dass das falsch ist und sie verkommen sind. Gleichgeschlechtlicher Sex ist nicht akzeptabel", soll der 63-jährige Zwelethini kaBhekuzulu einem Bericht der Times zufolge gemeint haben. Der seit 1971 regierende Zulu-König ist 5 Mal verheiratet - seine jüngste Frau ist 26 Jahre alt und könnte demnach fast seine Enkelin sein - und soll über 27 Kinder haben.

Zwischenzeitlich hat der Sprecher des königlichen Hofstaates, Prinz Mbonisi Zulu, die kolportierte Aussage des Königs jedoch bestritten: Zu keiner Zeit habe Seine Majestät homosexuelle Beziehungen verurteilt, meinte der Prinz. Die Zeitung habe die Rede des Zulu-Königs sorglos übersetzt. Schwerpunkt der königlichen Rede wäre nur sein Wunsch nach Schaffung einer 'mitfühlenden Gesellschaft, die schwächere Mitglieder - wie ältere Menschen, Frauen und Kinder - schütze', gewesen. "In den guten alten Tagen unserer Vorfahren haben die Männer ihr Leben dem Wohl des Landes gewidmet. Sie wären für Monate ohne ihre Frauen in den Kampf gegen die Feinde gezogen, haben sich jedoch weder gegenseitig sexuell belästigt noch andere Frauen vergewaltigt." Heute hingegen gebe es bereits Männer, die andere Männer vergewaltigen würden, was ein deutliches Zeichen des moralischen Verfalls der Gesellschaft wäre. Der König habe nur die daran Beteiligten - egal welchem Geschlecht diese angehören - verurteilt.

Möglicherweise wurde Goodwill Zwelethini kaBhekuzulu aber nur insgeheim von Südafrikas  - ebenfalls dem Volk der Zulu angehörenden - Präsidenten Jacob Zuma inspiriert: Auch dieser hatte im Jahr 2006 für homophobe Aussagen beim südafrikanischen 'Tag des Kulturerbes' gemacht.

In Südafrika sind Homo-Ehen übrigens bereits seit Dezember 2006 offiziell erlaubt.

Bild: gayösterreich.at fotomontage

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